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Die Hieroglyphe ist die Massage Mai 10, 2008

Posted by louiekerzers in 02 Informationsgesellschaft.
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Den Teil wollte ich eigentlich bereits vor längerem posten. Es geht um die Interpretation von McLuhan im Zusammenhang mit seiner Betrachtung von Medien. Bekanntlich stammt ja die Aussage ‘The Medium is the Massage’ aus seinem Buch “Understanding Media”. Damit will er im Prinzip einfach nur darauf aufmerksam machen, dass wer sich mit Medien beschäftigt, Medieninhalt und Medienwirkung klar trennen soll. Wer sich also mit Fernsehen auseinander setzt, der sollte sich nicht auf den Inhalt konzentrieren, sondern auf das Medium Fernsehen selbst, denn die Inhalte können den Rezipienten auf unterschiedliche Wege erreichen. Das scheint mir in Bezug auf das ‘Global Village’ dahingehend wichtig, da McLuhan - wie bereits in einem vorangegangenen Blog beschrieben - von der Tatsache des Mediums selbst eine Veränderung des Menschen herleitet. In der “Gutenberg-Galaxis” erwähnt er sogar, dass die Welt ein Dorf wird, weil der Mensch sich wieder zum Stammesbewohner verändert. Dazu habe ich eine Textstelle, welche ich unbedingt auch in diesem Blog noch nennen möchte. Es geht darum zu Zeigen, dass McLuhans Ansatz zur Betrachtung von Medien schon einige Jahrtausende vor McLuhans Zeit zum Ausdruck gebracht wurde. Die Textstelle stammt aus Platons “Phaidros”6:

“SOKRATES: Ich habe also gehört, zu Naukratis in Ägypten habe es einen der alten Götter des Landes gegeben, dem auch der heilige Vogel, den sie Ibis nennen, geweiht war. Diese Gottheit trage den Namen Theuth. Dieser habe zuerst Zahl und Rechnung erfunden, und Messkunst und Sternkunde, dann Brettspiel und Würfelspiel und schliesslich auch die Buchstaben. König über das gesamte Ägypten war damals Thamus in der grossen Stadt des oberne Landes, welche die Hellenen das ägyptische Theben, wie sie den Königs-Gott Ammon nennen. Zu diesem kam Theuth und zeigte ihm seine Künste und sagte, man müsse sie auch den anderen Ägyptern mitteilen. Thamus aber fragte von jeder, welchen Nutzen sie brächte, und wie jener es erklärt, so lobte er und tadelte was ihm gut oder nicht gut erklärt schien. Thamus soll nun dem Theuth vieles für und gegen jede dieser Künste erlklärt haben, was zu weitläufig zu erzählen wäre. Als er aber zu den Buchstaben kam, sagte Theuth: ‘Diese Kunde, o König, wird die Ägypter weiser machen und ihr Gedächtnis erhöhen, denn zur Arznei für Gedächtnis und Weisheit wurde sie erfunden.’ Der aber erwidert: ‘O kunstreicher Theuth, ein anderer ist fähig, die Werkzeuge der Kunst zu erzeugen, ein andrer wieder zu beurteilen, welches Los von Schaden und Nutzen sie denen erteilen, die sie gebrauchen werden. Auch du sagtest jetzt als Vater der Buchstaben aus Zuneigung das Gegenteil dessen, was sie bewirken. Denn wer dies lernt, dem pflanzt es durch Vernachlässigung des Gedächtnisses Vergesslichkeit in die Seele, weil der im Vertrauen auf die Schrift von aussen her durch fremde Zeichen, nicht von innen her aus sich selbst die Erinnerung schöpft. Nicht also für das Gedächtnis, sondern für das Erinnern erfandest du ein Mittel. Von der Weisheit aber verleihst du dienen Schülern den Schein, nicht die Wahrheit. Denn wenn sie vieles von dir ohne Unterricht gehört haben, so dünken sie sich auch Vielwisser zu sein, da sie doch grösstenteils Nichtwisser sind, und sie sind lästig im Umgang, da sie statt Weise Dünkelweise geworden sind.’ “

(Platon 1979: 86)

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