Banntag März 18, 2008
Posted by louiekerzers in 02 Informationsgesellschaft.Tags: Digital Divide, Informationstechnologische Revolution, Manuel Castells, Noosphäre
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Da haben wir es! Durch hunderte von Seiten gelesen und das globale Dorf bleibt ein Mysterium. Wo mir McLuhan beinahe zu abgehoben schien, zu rasch hinüber stolpernd in phantastische Weltvorstellungen eines quasi Ideals von Gesellschaftsstruktur - genannt Noosphäre, da setzt sich nun ein völlig anderer Ansatz zur Betrachtung der elektronischen Weltgesellschaft von Manuel Castells entgegen. Er setzt da an, wo viele von uns glauben zu leben… in der “wirklichen Welt”. So führt er zu beginn seiner Triologie ‘Das Informationszeitalter’ eine kleine geschichtliche Übersicht auf. Darin erwähnt er die für ihn relevanten historischen Ereignisse. Eine durchaus interessant zu lesende Einführung in die Geschichte der Informatik mit einer manchmal etwas anderen Interpunktion, die beim lesen in ihrer Richtigkeit aber nur schwerlich an zu zweifeln ist. So hat für ihn in Sillicon Valley “‘Walker’s Wagon Wheel Bar and Grill’ [...] mehr zur Verbreitung technologischer Innovation beigetragen als die meisten akademischen Veranstaltungen in Stanford” (Castells 2004: 69). Darin sehe ich gleich einen Verweis auf die Bedeutung von Netzwerken in der gesellschaftlichen Entwicklung und wie aus sich selbst heraus entstehende Formationen Einfluss auf die Welt nehmen können. Natürlich spielen diverse äussere Faktoren ebenfalls eine Rolle. Auch diese führt Castells auf.
Entscheidend für meine Vorstellung vom globalen Dorf - resp. zur Einkreisung dieses Begriffes - ist Castells Hinweis auf das existieren zweier Revolutionen. Als erstes der technischen Revolution, welche die Industrialisierung bewirkt hat und darauf folgend der informationstechnologischen Revolution. Dabei deutet er auf folgende Eigenschaft hin:
“Es gibt noch ein weiteres Charakteristikum, das die Revolution in der Informationstechnologie im Vergleich zu ihren Vorläuferinnen auszeichnet. Mokyr hat gezeigt, dass frühere technologische Revolutionen nur in wenigen Gesellschaften stattfinden, sich auf ein relativ begrenztes geografisches Gebiet ausweiteten und oft in gegenüber anderen Regionen der Erde isolierten Räumen und Zeiten wirkten.”
(Castells 2004: 35)
Dabei wird klar, dass wir beim Betrachten der Welt und ihrer Prägung durch die Medien auch berücksichtigen müssen, wo welche Medien überhaupt vertreten sind. So können wir nie von der gesamten Welt sprechen, sondern lediglich von den Zonen und Gesellschaftsschichten, welche sich in den entsprechenden Medienwelten aufhalten. In vollem Bewusstsein um die Eigenschaften des ‘digital divide’ geht es mir nun darum eine geeignete Metapher zu finden für den spezifischen Teil der Welt, welcher das Informationszeitalter zu seinem Alltag hat werden lassen. Eine Gegenüberstellung sowie Abgrenzung der neuen (Netz-) Gesellschaft zu traditionellen Gesellschaftsformen ist demnach meine frisch erlangte Aufgabe, die ich bis zum nächsten Beitrag - zumindest ansatzweise - erfüllen will.
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